Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2009

Von Judith Drews 17. Oktober 2009 Kommentare 2

Jedes Jahr schreibt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den deutschen Jugendliteraturpreis aus. Eine neunköpfige Jury prämiert je ein Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch des Vorjahres. Die Höhe des Preisgeldes beträgt in allen vier Kategorien jeweils 8000 Euro. Die diesjährigen Preisträger wurden am Freitag, den 16. Oktober 2009 auf der Frankfurter Buchmesse feierlich bekanntgegeben:

Bilderbuch: Shaun Tans »Geschichten aus der Vorstadt des Universums« (Carlsen) übersetzt von Eike Schönfeld, Lettering von Dirk Rehm

Kinderbuch: Andreas Steinhöfels »Rico, Oskar und die Tieferschatten« (Carlsen) illustriert von Peter Schössow.

Jugendbuch: Kevin Brooks »The Road of the Dead« (dtv), Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn.

Sachbuch: »Das Rätsel der Varusschlacht« von Wolfgang Korn (Fackelträger) illustriert von Klaus Ensikat (Fackelträger).

Der Preis der Jugendjury ging an Markus Zusak für »Die Bücherdiebin« (cbj) übersetzt von Alexandra Ernst.

Der mit 10.000 Euro dotierte Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises 2009 wird für das Gesamtwerk einer deutschen Illustratorin/Illustrators vergeben und ging in diesem Jahr an Jutta Bauer (Abbildung 1, Foto: Ute Karen Seggelke). »Jutta Bauers Bilder bleiben im Kopf. Wenige Details reichen ihr, um die Doppelbödigkeit von Situationen aufzuzeigen, den Unterschied zwischen Sein und Schein zu verdeutlichen. Ihre Cartoons sind auf den Punkt gebracht, humorvoll und liebenswert, komisch – aber nie auf Kosten anderer.« (Zitat: Sonderpreisjury).

Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger!

Ganz besonders freue ich mich persönlich für meinen ehemaligen Zeichenprofessor Klaus Ensikat, mit dem ich am Vorabend der Preisverleihung bei Beltz & Gelberg auf der Grüffeloparty noch etwas plaudern konnte ...

www.jugendliteratur.org

preis für gesamtwerk an jutta bauer

ganz besonders zu erwähnen auch jutta bauers rede über künstlerische freiheit und rechte der urheber woraus ein kleiner ausschnitt in dem artikel der faz zitiert wird:

Nicht alles dem Marketing überlassen

Das war alles nett und kurzweilig, auch wenn man sich zeitweilig die Augen rieb, weil auf dem ellenlangen Gewinnersofa am linken Bühnenrand bis zum Erscheinen der Juryvorsitzenden nur immer wieder neue Männer Platz nahmen, keine einzige Frau. Dann aber wurde der Zeichnerin Jutta Bauer der Sonderpreis für ihr Lebenswerk verliehen, und sie nutzte die Bühne, die der einzige deutsche Staatspreis für Literatur bietet, zu einer Grundsatzrede über künstlerische Freiheit, Rechte der Urheber an ihren Werken und massive Eingriffe durch verschiedene Gremien in den Verlagen: „Das Marketing entscheidet mit über blaue, graue oder rosa Hintergründe, dünne oder dicke Kinder, es ist ja alles so leicht änderbar. Wenn ich aber einen grauen Himmel gemalt habe, habe ich auch einen grauen Himmel gemeint und möchte, dass auch ein grauer gedruckt wird und nicht einer, der sich angeblich besser verkauft, rosa vielleicht.“

http://www.faz.net/s/RubE26455A3251A4E72A8D13804A90F40BF/Doc~EE3EE014F91...

künstlerische Freiheit und der rosa Himmel

Liebe Jutta, bravo!! Ich freue mich, dass du die Gelegenheit genutzt hast, ein paar deutliche Worte zu sagen. Ich hatte befürchtet, dass diese Respektlosigkeit gegenüber unserer Arbeit und letztendlich auch uns nicht nur die Neuen in der Branche erfahren müssen. Das zu wissen, sollte allen Mut machen, sich - wie anstrengend das auch immer sein mag - mehr für die eigenen Ideen und die eigene Umsetzung einzusetzen, anstatt einzuknicken, wenn Marketing-, Vertriebsleiter oder Vertreter Einwände haben, die wir sofort umsetzen sollen.