»Signatures« in der Panatom Gallery

Mittwoch, 14. März 2012
Von Raban Ruddigkeit 14. März 2012 Kommentare 0

In Victor Brangoleaus Arbeiten werden Unterschriften ihrem ursprünglichen Trägermaterial, dem Papier, sowie ihrer Funktion, der Einverständniserklärung, entzogen und zu abstrakten, hölzernen Objekten stilisiert.

Es sind die Unterschriften von Politikern, die Brangoleau fälscht und bearbeitet.
Die Arbeit bringt Fragen nach persönlicher und auch politischer Glaubwürdigkeit auf. Ohne übertriebenen Respekt, aber mit einem feinen Humor, nimmt Brangoleau die persönlichen Unterschriften auseinander, stellt politische Verantwortung in Frage und wird zum revolutionären Täter. So geht er ein Machtgerangel mit der Legislativen ein.

Höchst ironisch scheint die neue Form, die Brangoleau für die beteiligten Politiker findet: er gestaltet Flaggen, die die einzelnen Staatsmänner repräsentieren, glamourisieren, als wären sie „Branded Signs“. Offensichtlich wurden die hölzernen Formen wieder in der richtigen Reihenfolge zur Unterschrift zusammengesetzt und als Stempelvorlage benutzt. So prangt der Schriftzug auf der Flagge, unterlegt mit einem einfachen Motiv, welches für ein Charakteristikum des Politikers steht. Wenn das nicht auch die Sehnsucht nach einer Autorität in sich trägt?

Am Eröffnungsabend ist der Besucher auch dazu eingeladen, dem Akt des Fälschens selbst nachzugehen. Wie mag es sich anfühlen, für einen Augenblick Obama zu sein, oder Merkel? Der Künstler ist anwesend.

Zur Ausstellungseröffnung am 16. März ab 19 Uhr laden wir herzlich ein. Zur Ausstellung erscheint eine Panatom Edition: die Fahne „Sarkozy“, Siebdruck auf Popeline Baumwolle, gestaltet und signiert von Victor Brangoleau, in einer 30er Auflage.

www.panatom-gallery.com www.cargocollective.com/victorbrangoleau