Pictoplasma Berlin 2014

Mittwoch, 30. April 2014
Von Raban Ruddigkeit 13. Dezember 2013 Kommentare 0

Seit nunmehr zehn Jahren fördert das Berliner Festival unter dem Stichwort Character Design kontinuierlich eine spielerische, offene und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den neuesten Bildwelten im digitalen Zeitalter.

Zum langen Erste-Mai-Wochenende reisen 700 internationale Teilnehmer zur Pictoplasma Conference im Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz an, dessen große Leinwand allabendlich auch das allgemeine Publikum mit einer völlig neuen Auswahl animierter Kurzfilme erwartet. Zwanzig Ausstellungen führen durch Galerien und Showrooms in Mitte und Neukölln, und eine zentrale Ahnengalerie zeigt die eigens produzierten Character-Portraits von einhundert Künstlern, die das Projekt während der letzten zehn Jahre am stärksten geprägt haben. Dazu gibt es aktuell auch einen Open Call für "Character Selfies": Illustratoren und Designer sind eingeladen, Figuren in jenem Moment zu zeichnen oder anderweitig zu inszenieren, in dem sie ein Selfie, also ein mit dem Smartphone aufgenommenes Foto ihrer selbst zu schießen scheinen. Die Einsendungen werden in einer Installation zusammengefasst und präsentiert. Mehr Informationen und erste Einsendungen gibt es auf http://characterselfies.tumblr.com. Diese Ausstellung ist Teil eines längerfristigen Projektes zur Genealogie neuer Figurenwelten und wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Teil des Ausstellungsprogramms ist auch erstmals die Pictoplasma Academy Gruppenausstellung, die den internationalen Talenten des neuen, hauseigenen Studiengangs ein Forum bietet.

Zu den Künstlern des diesjährigen Festivals zählen unter anderen James Jarvis (UK), dessen Characters seit zwanzig Jahren internationale Editorials bevölkern und als skulpturale Sammler-Editionen Kultstatus besitzen. Die Künstlerin Bubi Au Yeung (HK) erzählt mit ihrer Figur Treeson eine anrührende und zeitgemäße Variante des Yeti-Mythos. Die Designerin Diana Beltran Herrera aus Kolumbien erregt derzeit international Aufsehen mit ihren realistischen, kunstvoll aus Papier arrangierten Vogel-Skulpturen. Tim Biskup (USA) erweitert seit Jahren kubistische Formen des Portraits mit seinen polygonen Gesichtsdarstellungen. Brecht Vandenbroucke (BE) arrangiert in seinen Panoramen und Comics archetypische Figuren aus dem pop-kulturellem Fundus zu sarkastischen Erzählungen. Und Amanda Visell (USA) gibt Vintage-Figuren aus den 1950er Jahren als Vorfahren des heutigen Character Design ein zeitgemäßes Update.

www.berlin.pictoplasma.com