Neues Kinderbuch von Dieter Braun: Nukka & Isi auf großer Fahrt

Von nadine roßa 06. Dezember 2010 Kommentare 2

Seit einigen Wochen verfolge ich auf Facebook die Produktion eines Kinderbuches, was mich schon anhand der Fotos der Druckbögen aus der Druckerei überzeugt hat (Ja, das geht). Denn der Illustrator hinter diesem Projekt ist Dieter Braun, der mit "Nukka & Isis auf großer Fahrt" nach langer Zeit wieder ein Kinderbuch bei einem Hamburger Verlag namens Ankerherz veröffentlicht hat oder besser gesagt, bei dessen neuer Kinderbuch-Sparte Ankerherzchen.

Das kleine Eskimomädchen Nukka erlebt mit seinem besten Freund Isi ein großes Abenteuer, das vom unverkennbaren Dieter-Braun-Stil herzerfrischend illustriert ist. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen und höre jetzt außerdem auf zu schwärmen (es ist aber auch wirklich toll) und lasse Dieter ein wenig zu Wort kommen.


Lieber Dieter, erklär ein bisschen, wie es zu der Idee von Nukka & Isi kam. Wie lange schwirrt die Geschichte schon in deinem Kopf rum?

Der Nukka Charakter entstand zum ersten Mal vor ein oder zwei Jahren als Motiv für eine Postkarte. Einfach nur so, noch ohne Geschichte dahinter und etwas anders in den Proportionen. Ein zweites Mal habe ich die Figur dann über Raban's Kontakt in meinem fontnames illustrated-Beitrag für SLANTED eingesetzt. Dort trifft sie in einer Art Parallelwelt auf ein Indianermädchen (Was ja vielleicht auch mal eine schöne Nukka Folge sein könnte...).
Irgendwann habe ich mal über ein Buch nachgedacht, in dem sich ein Eisbär und ein Pinguin treffen. Da die sich ja im echten Leben - ausser im Zoo - nie zu Gesicht bekommen.
Nukka war dann aber schnell die Hauptfigur der Geschichte und aus dem Eisbär wurde ein Polarfuchs, weil es ja schon reichlich Eisbär-Bücher gibt. Den Namen Nukka habe ich übrigens auf einer Liste mit Wörtern in Inuitsprache gefunden. Das heisst soviel wie 'kleine Schwester'. Nachdem ich für den Polarfuchs nichts passendes in der Liste gefunden hatte, wurde ich in einer weiteren Liste über nordamerikanische Indianersprache fündig. Isi heisst dort übersetzt zwar Hirsch oder Reh. Ich fand aber, das hörte sich gut an und passte zu Nukka. Gemeinsam reisen sie nun vom Nordpol an den Südpol, um die Pinguine zu besuchen.

Du arbeitest schon sehr lange als Illustrator, allerdings kennt man deine Arbeiten eher aus dem Editorial-Bereich? Wolltest du dich schon immer an ein Kinderbuch wagen?

Tatsächlich habe ich schon vor zehn Jahren ein Kinderbuch gemacht. Die Geschichte handelte von einer Stadtmaus, die aufs Land kommt und sich über so manches wundert. Den Text dazu hat eine Freundin von mir geschrieben, die Autorin Simone Buchholz.
Damals hatte ich mir fest vorgenommen, jedes Jahr ein Kinderbuch zu verfassen. Schwupps, waren zehn Jahre ohne weiteres Buch um.
Es war für mich eben doch nicht so leicht mich hinzusetzen, um für einen längeren Zeitraum an einer eigenen Geschichte zu arbeiten, ohne zu wissen, ob sie überhaupt veröffentlicht wird. Ich habe es dann immer vorgezogen, Aufträge von Magazinen und Agenturen anzunehmen.
Mich reizt es auch bis heute, einen Text oder eine bestimmte Aufgabe zu bekommen und diese dann bestmöglich zu illustrieren.
Ich bin ein großer Fan illustrierter Bücher und sammle auch Kinderbücher aus aller Welt. Da lag es nahe, dass ich sehr gerne auch wieder selber eins machen wollte. Also, dieses mal soll es anders werden, der gute Vorsatz bleibt - von nun an möchte ich jedes Jahr ein Buch machen, versprochen!

Hast du eigene Kinder, denen du das Buch vorgestellt hast, oder hast du Rückmeldungen von Kindern (vielleicht sogar noch während des Entstehungsprozesses eingeholt?)

Nein, ich habe keine eigenen Kinder, aber vier Nichten, die sich bestimmt kurz über das neue kleine Buch ihres Onkels freuen, bevor sie sich weiter mit Lord Voldemort beschäftigen... Aber Julia und Stefan Krücken, die Gründer des Ankerherz Verlags, haben drei kleine Kinder, an denen 'Nukka & Isi' schon in einer frühen Storyboard-Phase erfolgreich getestet wurde.


Erklär doch bitte ein wenig wie du arbeitest, wie sah der Prozess von der Skizze bis zum fertigen Bild aus?

Die ersten Skizzen sind bei mir meistens ziemlich grob und dienen eigentlich nur als Erinnerungsgerüst. Dann zeichne ich ein etwas konkreteres Storyboard mit ebenfalls recht groben Textskizzen.
Danach gehe ich schon direkt zu Vektorzeichnungen am Computer über. (Bild 1 unten)

Da ich bei meinen Illustrationen das Spiel mit einfachen geometrischen Formen mag, kann es sein, dass beim Ausprobieren und Herumschieben ein vorher handgezeichneter Charakter plötzlich ganz anders aussieht als zunächst geplant. Manchmal nimmt das sogar Einfluss auf den Verlauf der Geschichte. Beim Vektorzeichnen mache ich mir noch keine Gedanken über die Farbe, alle Figuren und Hintergründe entstehen in Graustufen. (Bild 2 unten)

Die fertige Grundzeichnung öffne ich dann in Photoshop, koloriere sie und überlagere und kombiniere sie dann mit gescannten Materialien und Strukturen. Gerne kommen auch die von mir so genannten 'Sprotzel' zu Einsatz. Da will ich aber gar nicht zu sehr ins Detail gehen, jeder hat da ja seine eigene Technik. (Bild 3 unten)

Die fertigen Illu-Doppelseiten habe ich dann in Indesign geladen und das Buch gelayoutet. Der Text hat auch hier erst den letzten Schliff bekommen. Ich mache aus diesem Arbeitsablauf allerdings kein Dogma. Es kann sein, dass ich bei der nächsten Folge erst ein verbindliches Storyboard mit komplettem Text mache und dann erst die einzelnen Illustrationen, mal sehen. (Bild 4 unten)

Wie lange hat die Arbeit an dem Buch gedauert?

Da ich selten ausschließlich an einer Sache arbeite und oft mehrere Illustrationen oder Jobs parallel mache, kann ich das schwer sagen.
Für 'Nukka' habe ich mich oft abends nach einem normalen Arbeitstag noch Zuhause an den Rechner gesetzt und weitergezeichnet. Da ich recht schnell arbeite, kam da schon mal eine komplette fertige Doppelseite pro Abend zusammen. Aber alles in allem hat die Arbeit am Buch so um drei/vier Monate gedauert haben.


Wie entstand die Zusammenarbeit mit dem Ankerherz-Verlag?

Glücklicherweise habe ich Stefan Krücken über einen gemeinsamen Freund kennengelernt. Wir haben uns getroffen, um über ein mögliches gemeinsames Projekt zu sprechen, da der Verlag geplant hatte, Kinderbücher in der Edition Ankerherzchen herauszugeben. Dann habe ich ihm von 'Nukka' erzählt und ihm nur diese eine Postkarte gezeigt. Er fand die Idee sofort gut. Der kompletten Familie Krücken habe ich dann das erste vage Storyboard präsentiert und die Sache nahm ihren Lauf. Da sich ein Großteil der Bücher beim Ankerherz Verlag mit maritimen Themen beschäftigen, war es sicher nicht hinderlich, dass auch 'Nukka & Isi' auf hoher See spielt.
Ohne den Enthusiasmus der Ankerherzen hätte Nukka wahrscheinlich noch lange Zeit in der berühmten Ideen-Schublade verbracht.
Vielleicht hätte ich das Buch auch gar nicht gemacht und hätte nur davon erzählt, wie ich das so oft mache...


Planst du weitere Kinderbücher? Wie geht es mit Nukka & Isi weiter?

Nukka und Isi sollen in Serie gehen, was mich sehr freut. Sie haben also noch einiges zu entdecken. Wohin die nächste Reise geht soll aber noch ein Geheimnis bleiben. Ich habe auch noch ein paar Ideen für andere Kinderbücher und würde mich freuen, wenn ich diese in naher Zukunft aufzeichnen könnte (siehe oben).

Das Buch beim Ankerherz-Verlag kaufen Nukka & Isis auf großer Fahrt

das is voll das geile buch,

das is voll das geile buch, habs gelesen. der hammer!!!

Korrektur

ich lese die ganze Zeit ISIS, wäre es möglich, das zu korrigieren?
Ist doch etwas seltsam, die Assoziation.

Das Buch beim Ankerherz-Verlag kaufen Nukka & Isis auf großer Fahrt