Husmann/Tschaeni in Mumbai (1/3)

Von Pascal Staub 06. April 2010 Kommentare 0

Das Schweizer Künstlerpaar Husmann/Tschaeni zeigt seine neuesten Arbeiten in der Galerie Chatterjee & Lal in Mumbai. Freistil-Online möchte die Ankündigung der Ausstellung auch nutzen, euch einen langfälligen Beitrag über das Künstlerpaar zu präsentieren. In einem 3-teiligen Bericht erzählen uns Husmann/Tschaeni von ihrer Bildwelt (1), ihrer Arbeitsweise (2), und schliesslich dem Stellenwert der Performance in ihrem künstlerischen Schaffen (3).

Was bringt ein Schweizer Künstlerpaar nach Indien?

Michael: Diese Entscheidung nach Indien zu reisen liegt bei mir inzwischen schon 16 Jahre zurück. Damals war ich in Tel Aviv und sah zufällig ein Foto von Varanasis Ghats in einem Buch. Dieses Foto war der Anfang! Das ferne, fremde Indien und seine wilden Geschichten zogen mich an. 1998/99 besuchte ich für sechs Monate das National Institute of Design (NID) in Ahmedabad.

Pascale Mira: Nach einem gemeinsamen achtmonatigen Aufenthalt in Australien und einer Ausstellung in Melbourne, war es für mich spannend nach Indien zu reisen und das Land zu entdecken und natürlich die indischen Freunde von Michael kennen zu lernen. Nach sechs Monaten New Delhi und einer gemeinsamen, erfolgreichen Ausstellung mit unserem Künstlerfreund Aditya Pande Ende 2007, zieht es uns nach zwei Jahren wieder in die verrückt-grausam-wundervolle indische Welt zurück.

Was sind Themen die Ihr in Euren Bildern besprecht? Wo liegen Eure Interessen; im formalen oder erzählerischen?

Pascale Mira: Grundsätzlich besprechen wir nichts in unseren Bildern, die Bilder entstehen. Michael macht sich seine Gedanken und ich mir meine und so arbeiten wir abwechslungsweise an unseren Bildern, am Schluss sind wir meistens selbst erstaunt, was entstanden ist. Ich interessiere mich für Biologiebücher, von kleinen Zellen zu Wasserpflanzen, Riesenschnecken oder Hirschgeweihe und Bieneneierstöcke. Und natürlich auch für alles was man draussen entdecken kann und was sich dazu dichten lässt. Michael malt und zeichnet unsere Kinder, Tiere, Objekte und Möbel und kreiert so neue Geschichten, die sich dann mit meiner Monster-Wesen-Welt verschmelzen. Was man in unseren Bildern sieht, darf jede/r selbst entdecken.

Was für einen Stellenwert haben Eure beiden Kinder in den Bildern?

Michael: Mich interessiert mein aktuelles Umfeld und die Zeit. Unsere zwei Kinder werden im realen Leben älter und somit auch auf den Bildern. Diese Veränderung beeinflusst den Inhalt meiner Arbeit. Die Kinder auf den Bildern schauen uns meistens nicht an und wirken abwesend und sind somit nicht zu dominant. Sie lassen Spielraum frei. Die Gegenüberstellung von Mensch, Objekt und Tier führt zu spannenden Konstellationen, wie ein magischer Augenblick. Die Wildnis und das urbane Leben treffen irgendwo auf die Phantasie. Manchmal gesellen sich andere Personen zu ihnen, zum Beispiel unsere 76-jährige Nachbarin, die ich zu ihrem Erstaunen mit bunten Blumenmusterkleider verkleidet habe.

Vernissage 15. April 2010, Gallery Chatterjee & Lal
Ausstellung 15. April 2010 - 13. Mai 2010
www.husmanntschaeni.com | www.chatterjeeandlal.com

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Coming soon: Husmann/Tschaeni's Arbeitsweise, posting am 20. April 2010
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