»Formerly Known As: New Art« in der Circle Culture Gallery Berlin

Von Raban Ruddigkeit 20. Januar 2011 Kommentare 0

Spannend verspricht diese Ausstellung zu werden, in der sich zeitgenössische Street-Artisten mit der Urahnen der »provokanten« Kunst vergangener Epochen auseinandersetzen. Obacht: Die Eröffnung ist bereits heute abend um 19 Uhr!

Kuratiert von Johann Haehling von Lanzenauer treffen die jungen Künstler Judith Supine, Christian Awe, Jonathan Yeo, Helle Mardahl, XOOOOX, Kevin Earl Taylor, Anton Unai, Jaybo Monk, Adriana Ciudad, Stefan Strumbel und Marco »Pho« Grassi auf die alten Meister Gustav Klimt, Giovanni Battista Tiepolo, Pablo Picasso, Damien Hirst, Andy Warhol, Pierre Soulages, Henri Matisse, Théodore Géricault und James Ensor

Der Pressetext: »Die Kunst schaut auf eine Geschichte zurück, die so vielseitig und faszinierend ist wie unsere heutige Zeit. Unter den Zeichnern, Designern, Bildhauern, Malern, Kalligraphen, Modemachern und Architekten der vergangenen Jahrtausende entstehen konstant neue Avantgarden, die sich etablieren, um dann schon bald von der nächsten innovationsdurstigen Generation abgelöst zu werden. Ein Kreationsprozess, der naturgemäß auf vorangehende Ästhetiken, Konzepte und Techniken baut – diese dekonstruiert, um dann einen zeitgenössischen Kunst-Remix zu erstellen. Manche Künstler verzichten auf diesen bewussten Bezug zur Geschichte. Sie schaffen ganz frei und radikal neue Ansätze: Die Neue Kunst.

Als der französisch-amerikanische Künstler Marcel Duchamp im frühen zwanzigsten Jahrhundert ein handelsübliches Pissoir zum Kunstwerk deklariert, entsteht ein Eklat in der Kunstwelt. Duchamps radikale Neuinterpretation des Kunstbegriffs stellt den bis dato eher ästhetischen Schaffensprozess in der bildenden Kunst provozierend in Frage. Schließlich setzt er sich mit seinem intellektuellen Ansatz durch und prägt somit wichtige kunstgeschichtliche Strömungen wie die Konzeptkunst, den Dadaismus und den Surrealismus.

Gerade entsteht weltweit eine Bewegung, die wieder als Vorreiter für neue Strömungen in der Kunst von morgen stehen dürfte. Man könnte sie als Street Art, New Art oder als Urban Art bezeichnen – die beteiligten Künstler jedenfalls wehren sich gegen solche Kategorisierungen. Was sie aber verbindet ist eine tendenzielle Negierung des akademischen Duktus der Universitäten und der etablierten Kunst-Institutionen. Inspiriert durch ihr Leben in urbanen Subkulturen wie Graffiti, Street Art, Grafikdesign, Punkrock oder Avantgarde Mode entwickeln sie eine kulturell getriebene Leidenschaft zur Kunst. Aus einem ureigenem Antrieb produzieren sie hochqualitative Werke - manchmal illegal, aber in jedem Fall ganz nah am Leben. Eine erfrischende Position in der zunehmend künstlichen Welt der bildenden Kunst.«

Die Ausstellung läuft bis zum 5. April. www.circleculture-gallery.com

(Abbildung oben: »Le Radeau de la Meduse«, 2011, von Jaybo Monk, basierend auf dem gleichnamigen Werk von 1819, von Théodore Géricault, mit freundlicher Genehmigung von Circleculture Gallery)