Der Bilderklub – A drawing a day keeps the doctor away

Von Raban Ruddigkeit 22. Februar 2010 Kommentare 1

Tina Berning, Sascha Bierl, Gisela Goppel, Regina Heinlein, Lulu, Julia Pfaller und Maria Tackmann stellen jeder jeden Tag ein Bild ins Internet. So haben sie eines der schönsten Illustrationsportale geschaffen - den Bilderklub. Eher privat angedacht, liegt es heute meilenweit vor diversen Blogs und Portfolios. Und Freistil-online weiß, warum.

Seit 6 Jahren betreibt ihr euren Bilderklub. Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat. Haben sich eure anfänglichen Vorstellungen erfüllt? Und was sind eure Erfahrungen nach so langer Zeit?

Am Anfang gab es gar keine Vorstellung, was der Bilderklub sein kann, sondern fünf Freunde, die sich Bilder hin und her geschickt haben, die, einem Skizzenbucheintrag gleich, das festhalten sollten, was neben Auftragsarbeiten entsteht. Ein Experimentierfeld, das ohne bestimmten Zweck gefüllt wird, angetrieben durch den freundschaftlichen Druck der Gemeinschaft.

Um Wege zu vereinfachen haben wir nach ein paar Wochen die Online-Form gewählt, so konnte jeder schnell sehen, was der andere gemacht hat. Heute versteht man den Bilderklub ganz klar als Blog, aber wir fingen noch vor Web 2.0 damit an. So kommt es, dass der Bilderklub nicht die übliche Blog-Oberfläche hat und dass das Veröffentlichen unserer Bilder völlig kommentarlos geschieht, etwas worauf wir sehr viel Wert legen. 

Es gibt diverse Online-Präsentationsformen von Illustratoren. Der Bilderklub wirkt im Verhältnis zu den meisten nahezu privat. Ist das bei der Aquise förderlich oder eher störend?

Erstmal ist der Bilderklub sehr privat, denn er ist ein gestalterischer Austausch unter Freunden. Durch das Publizieren im Web haben wir ihn öffentlich gemacht, was manchmal zu komischen Situationen geführt hat. Etwa wenn jemand einen Job zeichnerisch kommentiert hat, und der Kunde kurz darauf anrief, und fragte, ob alles ok sei. Spätestens da haben wir begriffen, dass der Bilderklub öffentlich ist, und haben die Tatsache genutzt.

Die ursprüngliche Idee des Bilderklubs war es, sich durch das experimentellere Arbeiten von der Enge der Auftragsarbeiten zu befreien. Wenn man nur nach Auftrag arbeitet verliert man erstens seine eigenen Themen aus den Augen und wiederholt zweitens immer das, wofür einen die Kunden kennen. Im Bilderklub wird also Neues entwickelt, und im besten Fall buchen einen die Kunden plötzlich genau daraufhin.

Wie ist der Umang mit euren Gastzeichnern? Kann jeder einfach auf euch zukommen?

Die Gästeplätze enstanden, weil Freunde mitmachen wollten. Normalerweise bleibt ein Gast 20 Bilder, manche blieben aber auch zwei Jahre. Manchmal laden wir Kollegen ein, die wir toll finden, und lernen sie so kennen, und manchmal zeichnet jemand mit, der sich bei uns beworben hat. Die Gästeplätze sind sehr flexibel und bieten uns eine tolle Möglichkeit, den Klub lebendig zu halten. Jeder gute, neue Gast setzt neue Impulse und treibt das Tempo an. 

(Abbildungen: Bilderklub-Ausstellung 2008 in der Gallery Hanahou, New York)

www.bilderklub.de

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