»Dark arts« ein Juxtapoz-Buch bei Gingko Press

Ich gebe gerne zu, dass mich Illustrations-Sampler nur noch bedingt überraschen können. Umso schöner, wenn das einem Buch gelingt, das man eigentlich überhaupt nicht auf dem Zettel hatte. »Dark arts« aus dem Hause Juxtapoz ist das gelungen.

Das Buch stellt auf 224 Seiten »nur« 24 Künstler vor, konsequent kuratiert, sorgfältig gestaltet und mit jeweils einem persönlichen Text versehen. Neben bekannten Namen wie Miss Van und Allyson Mellberg gibt es junge Zeichner und unterschiedlichste Schattierungen zu entdecken. Der Begriff »Dark« ist hier weit gefasst und meint nicht nur Blut und Knochen, weshalb sich dann sogar ein paar Porzellanarbeiten ins Buch geschlichen haben.

Und da jedem einzelnen Künstler mehrere Doppelseiten gewidmet sind, hat man das Gefühl, wirklich deren Oeuvre kennenzulernen und nicht nur ein bisschen an der Oberfläche rumzuschaben. Der einzige Wermutstropfen ist für mich das eher irreführende und etwas lieblos gemachte Cover (das Ergebnis eines Marketing-Meetings?).

Juxtapoz ist ein in San Francisco ansässiges Unternehmen, das Magazine, Bücher und Websites rund um Pop, Kultur und Kunst herausgibt. In den vergangenen 15 Jahren hat sich da wohl soviel angesammelt, dass es mittlerweile gelingt, dezidiertere Buch-Konzepte zu entwickeln, so wie es bei »Bad arts« (erschienen beim Verlag Gingko Press) der Fall ist. Das wirkt souverän und dennoch gänzlich unangestrengt. Mein Kompliment!

www.juxtapoz.com www.gingkopress.com