»Cut« Scherenschnitte in Hamburg

Von Raban Ruddigkeit 27. Januar 2011 Kommentare 0

Noch bis zum 6. Februar ist eine Ausstellung mit Arbeiten rund um den Scherenschnitt in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Sie reflektieren eine Werkschau des King-of-Cut-out Phillipp Otto Runge (1777-1810), die parallel gezeigt wird.

»Inspiriert von seinen Ideen, die durch Vereinfachung und Abstraktion technisch perfekter Scherenschnitte der Imagination des Betrachters neuen Raum gaben, hat der Cut out sich zu einem eigenständigen künstlerischen Medium entwickelt. So thematisiert Olaf Nicolai (*1962) in Anlehnung an Runge die Spannung von Natur und Konstruktion in seinen ornamentalen Entwürfen. Die Umrissformen von Felix Droese (*1950) und Kara Walker (*1967) sind nur scheinbar romantisch idyllisch – bei genauer Betrachtung entpuppen sie sich als Bilder von Gewalt und politischer Aggression und unterwandern so bewusst die Erwartungen des Betrachters an einen traditionellen Scherenschnitt. Walkers Raum füllende Wandprojektionen sind voller allegorischer Szenerien, die den amerikanischen Rassismus attackieren. William Kentridge (*1955) erforscht in seinen Arbeiten, wie unser Geist figürliche Bilder auf schattenhafte Umrisse projiziert. Charlotte McGowan Griffins (*1975) großformatige Scherenschnitte vereinen auf ironische Weise die märchenhaften Aspekte des Scherenschnitts und die surreale Welt des Obskuren.

Die Ausstellung findet parallel zur großen Philipp Otto Runge-Retrospektive Kosmos Runge in der Hamburger Kunsthalle statt. Cut konzentriert sich bewusst auf junge Künstler, die sich im Austausch mit Literatur und Theater dem Medium Scherenschnitt auf neue Weise nähern. Viele der Künstler werden eigens für die Ausstellung vor Ort neue Werke schaffen. Gezeigt werden ca. 50 Arbeiten aus den Jahren 1970-2010.« schreiben die Kuratorinnen der Ausstellung Dr. Petra Roettig und Henrike Mund.

Abbildungen v.o.n.u.; Annette Schröter (Leipzig), Kara Walker (New York), Annette Schröter, Charlotte McGowan-Griffin (London/Berlin)

Bis 6. Februar 2011 Galerie der Gegenwart, www.hamburger-kunsthalle.de