»Charakter ist nur Eigensinn« 20 Jahre Tolle Hefte

Von Raban Ruddigkeit 19. September 2011 Kommentare 0

Jeder Trend hat seinen Gegentrend. Als sich vor ca. 20 Jahren – durch den Siegeszug des DTP – erstmals die Wucht der Digitalen Revolution abzeichnete, gründete Armin Abmeier seine kleine und feine Edition bei der Büchergilde. Ein Anachronismus.

Aber einer, der sich ausgezahlt hat. Denn was seitdem in regelmäßiger Reihenfolge in dieser besonderen Reihe erschienen ist, darf zurecht als Vorreiter all der kleinen, selbstgemachten Hefte gelten, die besonders in den letzten Jahren von jungen Gestaltern, Zeichnern und Autoren zuhauf herausgebracht werden. Und deren unverschämte Lust auf Authentizität, Handwerk und Tiefe verdeutlicht.

Erich Honecker hätte gesagt »Überholen ohne einzuholen.« Wir sagen »Alles Gute zum Geburtstag und mindestens auf die nächsten 20 Jahre!«

Der Pressetext: »Vor zwanzig Jahren erschien das erste Tolle Heft, ein guter Grund sich zu erinnern. Es sind keine Kindheitserlebnisse oder Schulausflüge, die dem Herausgeber dabei in den Sinn kommen. Da tauchen vor allem Sätze auf, gehörte und gelesene, schräge, paradoxe und poetische oder hintersinnige Losungen. Sätze von Groucho Marx, Paul Scheerbart, Kurt Schwitters, Joris Karl Huysmans, Gertrude Stein, Maurice Sendak, F. W. Bernstein, Charles Bukowski und vielen anderen.

Seine zwanzig liebsten hat Armin Abmeier hier gesammelt und kommentiert. Doch – was wäre ein Tolles Heft ohne Bilder? Und so hat er sie von den zwanzig Künstlerinnen und Künstlern illustrieren lassen, die bei den bisherigen fünfunddreißig Tollen Heften dabei waren: ATAK, Blexbolex, Wolf Erlbruch, Max, Volker Pfüller, Katrin Stangl, Axel Scheffler, Gosia Machon, Moritz Götze, Kitty Kahane, Rotraut Susanne Berner, Sophie Dutertre, Anke Feuchtenberger, Yvonne Kuschel, Thomas M. Müller, Franziska Neubert, Christoph Niemann, Stefanie Schilling, Henning Wagenbreth und Christoph Feist.

Der Herausgeber Armin Abmeier arbeitete als Buchhändler und in der Verlagswerbung, danach über 25 Jahre als Verlagsvertreter u.a. für Greno, Hanser, Schirmer/Mosel und Wagenbach. Er ist Viel-Leser, Sammler (u. a. Bilderbücher und Comics) und Reisender in Sachen Comic, Buchkunst und Illustration. Abmeier ist Kurator der Stiftung Illustration und lebt heute in München.

Bei den Original-Flachdruckgrafiken wird Farbe für Farbe addiert und ergibt so in Summe das ganze Bild. Beim Zeichnen wird im Kopf gleich in Farben getrennt. Dann auf einzelne Folien gezeichnet. Im Druck wird anschließend Farbton für Farbton separat wieder übereinander gedruckt. Nicht in Standardfarben, nicht gerastert, sondern mit echten, gemischten Farben.«

www.tolle-hefte.de