Castle. Galerie, PDF-Magazin und Buch

Von Raban Ruddigkeit 18. Februar 2010 Kommentare 2

Seit einigen Jahren wächst und gedeiht in München »Castle«. Patrick Hartl und Yvonne Winkler sind mit einer Galerie gestartet, haben mittlerweile 16 (!) PDF-Magazine herausgebracht und ein erstes Buch veröffentlicht. Gründe genug für ein Interview.

»Castle« ist mir aufgefallen, als ich einige Zeit in München gelebt habe. Und seitdem seid ihr stolz und selbstbewußt einfach immer weitermarschiert. Ganz ehrlich, wie kommt man ausgerechnet in München darauf, ein solches, dem »Strassendreck« - der Streetart - verpflichtetes Konzept zu entwickeln und vor allem solange durchzuhalten?

Das Castle Magazine ist gar nicht aus dem Gedanken heraus entstanden, ein Magazin für die breite Öffentlichkeit zu machen, sondern war ursprünglich eigentlich »nur« eine gemeinsame Portfoliosammlung von einem Kreis befreundeter Künstler. Erst durch die steigenden Veröffentlichungsanfragen anderer Künstler, Galerien etc. hat sich das Ganze zu dem entwickelt, was es heute ist. Nach wie vor folgen wir keinem starren Konzept, sondern lassen dem Projekt auch einen gewissen Freiraum, sich selbst zu entwickeln.

Deshalb war es nie unser Ziel, das Magazin in eine bestimmte Schublade zu stecken.
Vielmehr versuchen wir eine große Bandbreite an kreativen Disziplinen und Ansätzen zu zeigen. Wir wählen die gezeigten Arbeiten bis heute nach gestalterischer und handwerklicher Qualität und ihrer Individualität aus. Hierzu gehört selbstverständlich auch Streetart und Subkultur - was man wohl am ehesten mit »Strassendreck« in Verbindung bringen könnte.

Neben euren regelmäßigen PDF-Publikationen ist gerade das erste Buch erschienen. Es zeichnet sich durch eine klare Strukturierung und ein Besinnen auf wenige Teilnehmer aus. Dennoch ist es ein Buch unter dutzenden, die täglich erscheinen. Warum dieser Anachronismus?

Ein Onlinemagazin zu entwickeln ist gut und schön, aber irgendwann kommt man dann doch an einen Punkt, an dem man die Früchte seiner Arbeit auch buchstäblich in Händen halten möchte. Dies war dir eigentliche Intention hinter unserem Buchprojekt »Beyond Illustration« - und in dieser Hinsicht sind wir wohl Anachronisten.

Wie du schon sagst, erscheinen täglich dutzende Bücher auch im Bereich Illustration. Um auf dem Markt nicht komplett unterzugehen hielten wir es deshalb für wichtig, auch inhaltlichen einen roten Faden zu haben. Im Rahmen unserer Arbeit am Magazin konnten wir feststellen, dass sich viele der gezeigten Künstler auf einer Art Grenzwanderung zwischen Illustration und Kunst bewegen - dieses Phänomen machten wir zum Thema unserers Buches ... Wir hielten es dabei für einfacher, dies anhand einer kleinen Gruppe ausgewählter Künstler zu diskutieren.

Ihr führt eine Galerie, macht die PDF-Magazine und Bücher. Aber was macht ihr eigentlich ursprünglich?

Wir - Patrick Hartl (geb. 1976) und Yvonne Winkler (geb. 1978) - haben an der Fachhochschule Augsburg Kommunikations-Design studiert und arbeiten seit mehreren Jahren in München als Illustratoren und Grafiker.

(Abbildungen aus: Castle # 15)

Beyond Illustration, The Finest in Contemporary international Art & Illustration,
english/deutsch, 29,7x21 cm, 200 Seiten, Hardcover, fullcolor, 29,90 Euro, ISBN 978-3-939566-26-7

www.castlemagazine.de
www.beyond-illustration.com
www.stylefighting.de

WORK

n1ce:::::::

bei der schriftwahl haben sie

bei der schriftwahl haben sie sich ja ganz schön vergriffen...