»Aortica« #1

Piero Borsellino hat mehrere Magazine gegründet, gestaltet und herausgegeben. Seine M-Publication ist Legende. Soeben ist die erste Ausgabe von »Aortica« erschienen, ein buchdicker Überblick über die kreative Szene der Region Frankfurt.

Gestandene Größen wie Moses Pelham, Tobias Rehberger und Jean Christophe Ammann werden ebenso wie die Newcomer Cem-Mustafa Abaci, Philipp Mainzer und Petra Eichler portraitiert. Vom Clubbetreiber über den Modemacher bis zum Koch sind eigentlich alle kreativen Branchen vertreten.

Alle Beteiligten haben ausschließlich dieselben Fragen beantwortet. Ein faszinierender Materialwechsel, die eigens geschaffene Headline-Schrift und die Portraits von Mone Maurer sind Teil eines Designs, das sich nie wichtiger macht als die vorgestellten Personen und ihre Ideen.

So ist ein Magazin entstanden, das sich wie ein gutes Album erst beim zweiten und dritten Mal des Durchblätterns entfaltet. Aber dann tut es das mit voller Kraft. Wir haben Piero und Mone, die beiden Macher gebeten, uns einige Fragen zu beantworten;

Erläutert bitte kurz das Konzept hinter eurem Magzin und vor allem den Namen »Aortica«

Die Idee dahinter ist ganz einfach: Ein zu Papier gewordenes Roadmovie. Editorial Design ganz im Sinne des Autorenkinos. Sprich der Designer fungiert hier nicht nur formal, sondern auch inhaltlich.

Mone und ich gehen auf die Reise. Jeweils an einen bestimmten Ort - das kann eine Stadt, eine Region oder ein Land sein. Dort besuchen wir die »hardworking squirrels« in ihren Studios, machen daraus eine Homestory, zeigen ihre Arbeiten und stellen Fragen, die sich nicht innerhalb eines Small Talks beantworten lassen. Zuguterletzt verraten sie uns noch ihre Lieblingsorte ...

Der Name? Ein Filmtitel? Ein Inselname? Eine Eichhörnchendame? Oder ein Adjektiv? Für uns hat er mehrere Bedeutungen, doch die Interpretation überlassen wir jedem selbst.

Die erste Ausgabe behandelt die Region Frankfurt, die nicht als Inbegriff von Innovationen gilt. Ihr lebt dort, aber gab es noch andere Gründe, gerade hier anzufangen? Und welche Regionen sind als nächstes geplant?

Da muss ich Hans Romanov, einen der 29 Porträtierten im Magazin, zitieren, der auf die Frage WARUM GERADE HIER?, folgende schöne Antwort parat hatte: »Frankfurt als meine frei gewählte Heimat erfüllt dieses Unprätentiöse, gerade auch im Unterschied zu Berlin, das aufgrund von neuer Regierungs- und Hauptstadt und ferner Ostdeutschlandlage sich furchtbar anstrengt, überheblich und permanent Superlativ zu sein«.

Als nächstes gehen wir nach Skandinavien. Widmen Vesterbro eine Ausgabe.

Alle reden vom Aussterben der Printprodukte. Ihr bringt ein Print-Magazin an den Start. Wie sieht für euch die Zukunft des Zeitschriftenmarktes aus?

Die Zukunft sieht rosig aus. Und sie duftet auch so. Und sie fühlt sich auch unheimlich unvirtuell an. Denn Print riecht gut, liegt gut in der Hand und ist abends auf der Couch bei einem Glas Rotwein ein wunderbarer Zeitentschleuniger, vorausgesetzt, dass Form und Inhalt eine gemeinsame Idee haben.

Freistil-online wünscht viel Erfolg!

www.aortica.net