3 Fragen an: Monika Osberghaus

Von Judith Drews 05. Januar 2010 Kommentare 1

Monika Osberghaus ist seit 2008 die Programmleiterin des jungen Klett Kinderbuchverlags in Leipzig. Bekannt ist sie neben vielen anderen Dingen auch für ihre vorbildliche Zusammenarbeit mit Illustratoren sowie für die Liebe zum Kinderbuch - zum guten Kinderbuch!

Sie arbeitete als Buchhändlerin, holte dann das Abitur nach und studierte in Frankfurt Germanistik und Skandinavistik. Ihr Buch »Was soll ich denn lesen?« - 50 beste Kinderbücher wurde bereits bei Freistil-online.de empfohlen. Und wer kennt nicht den »Grüffelo«? Übersetzung: Monika Osberghaus!

Wie kam es dazu, dass Sie nach Ihrer erfolgreichen Tätigkeit als Buchhändlerin, Journalistin und Übersetzerin nun Herausgeberin beim neuen Klett Kinderbuch Verlag geworden sind?

Ich wurde gefragt und hatte sofort Lust auf diese weitere Herausforderung. Die Arbeit vorher war eher rezeptiv, ich habe meistens auf Dinge reagiert, sie eingeordnet, bewertet, vermittelt; ich hatte also eine gewisse Distanz. Jetzt bin ich dichter an allem dran, schubse Dinge und Prozesse an, bin durchdrungen von den Ideen. Das macht empfindlicher, aber auch mehr Sinn.

Was schätzen Sie am meisten an der Zusammenarbeit mit Ihren Illustratoren? Gibt es vielleicht sogar eine schöne Anekdote, die Sie uns erzählen möchten?

Am besten finde ich es, wenn die Illustratorin intuitiv erfasst, was gemeint ist, und dann damit ganz eigene Wege geht. Die ich wiederum unmittelbar begreife und denke: Genau! Obwohl ich es mir vorher vielleicht ganz anders vorgestellt hatte. Ich mag Eigengeruch an den Illustrationen. Und ich mag es, wenn Illustratoren so mutig sind, sich die Sache zu eigen machen, statt bange zu fragen, wie man es denn gerne hätte. Das kann natürlich auch schief gehen, aber das muss man riskieren. Denn nur auf diese Weise kann es auch richtig gut gehen.

Kommentare der Leser sind Ihnen sehr wichtig, denn die Klett Kinderbücher wollen Anlass zum Gespräch geben. Was waren für Sie die schönsten oder auch überraschendsten Stimmen?

Ehrlich gesagt, so richtig überraschend war da bisher nix. Ich finde es auch nicht so wichtig, was genau über die Bücher gesagt wird – obwohl das Lob natürlich erfreulich ist und auch so manche Kritik mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Wichtig finde ich eher, dass man durch die Bücher ins Reden gerät und dass Dinge, Figuren, Worte, Imaginationen und Ereignisse daraus Teil des Alltags werden. Für mich ist ein Buch dann bereichernd, wenn das passiert. Und da ich das selber brauche, klopfe ich auch alle Kinderbücher in unserem Programm daraufhin ab, ob sie das auslösen.

www.klett-kinderbuch.de

(Abb.: Ulf K., Moni Port, Rotraut Susanne Berner)

Alpaka-Kinderbuch

Sehr geehrte Frau Osberghaus,
als großer Fan vom Grüffelo und Ihrer Übersetzung dazu trete ich an Sie heran mit der Frage, ob es nicht möglich ist, ein Bilderbuch über Alpakas zu schreiben. Wir sind eine Alpakafarm in Süddeutschland und haben 140 dieser edlen Andentiere in unserem Stall und auf der Weide. Für Kinder und Erwachsene sind diese Tiere etwas wunderbares und sie werden auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Wir wären gerne bereit Sie auf unserer Farm zu empfangen und Ihnen diese Tiere näherzubringen. Es gäbe so viele Ereignisse hier- angefangen von der wunderbaren Geburt eines Alpakafohlens, bis zum Suchen eines Neugeborenen nach einer neuen Adoptivmutter, da die eigene es nicht angenommen hatte usw.
Wir würden uns freuen von Ihnen zu hören.
Mit freundlichen Grüßen
Bettina Schaber mit Familie und allen Hoftieren